Was gehört auf die Winterkarte? Von Hot Aperol bis Glüh-Spritz!

Ob die „heiße Henne“ das Rennen machen wird oder der biedere Bratapfel – mit einer Betriebstemperatur von ca. 50 °C treten fruchtige Liköre und ihre hochprozentige Verwandtschaft in den alljährlichen Wettstreit um das beliebteste Heißgetränk am Tresen.  Hier erfährst Du, wie man auch neben dem allseits beliebten Glühwein die Getränkekarte zum Glühen bringen kann.

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Vjacheslav Shishlov/shutterstock.com

Sommerhits im Kuschel-Modus

Was im Sommer top war, muss im Winter kein Flop sein. Der Jahreszeit angepasst und mit ein paar winterlichen Accessoires versehen schlüpft der sommerliche Aperol Spritz in den Winterpelz und wärmt als Hot Aperol Körper und Seele: Orange und der fruchtig-bittere Likör bleiben, der spritzige Prosecco macht dem etwas leiseren Weißwein Platz, als fruchtiger Füller könnte Apfelsaft einspringen – vielleicht sogar mit einer Auswahl winterlicher Gewürze. Wer lieber mit Holunderblüten und Limette vom Sommer träumt – Hugos Herz bleibt ebenfalls nicht kalt. Er macht auch Lust auf mehr und zaubert bei Minusgraden draußen einen Hauch von Sommer und Sonne ins Glas.

Gin im Winter – ohne Eis, aber heiß

Bei winterlichen Temperaturen hält sich die Begeisterung für Eis im Glas in Grenzen, doch dem Freund des edlen Wacholderdestillats kann geholfen werden – ein guter Barkeeper bringt auch Gin zum Glühen. Ob ein Winter Toddy mit Apfel- und Zitronensaft, Zucker, Angostura und Portwein sowie 2 cl Gin den Winterblues vertreibt oder der mit Ingwer, Zimt und Nelken kräftig gewürzte Mulled Gin – gut gewärmt ist halb gewonnen. Wer sich der winterlichen Glühweinflut entziehen möchte, kann Gaumen und Seele mit Glüh-Gin verwöhnen. Ganz gleich, ob die Basis Saft, Wein oder Ingwerbier ist, ob winterliche Gewürze, Orangen oder Zitrone ins Glas kommen, der Schuss Gin macht den Unterschied. Oder wie wäre es mit einem Glas heiße Milch – mit Gin und Vanillezucker?

Wer der Glühkraft des Gins nichts abgewinnen kann, begeistert sich vielleicht für einen der zahlreichen Wintercocktails, die nicht heiß serviert werden, aber durchaus mit winterlichen Geschmackskompositionen punkten. Ob dann schließlich „The Last Word“ mit grünem Chartreuse oder ein Winter Gin Tonic mit Muskat und Zimt das letzte Wort hat, muss der Selbstversuch zeigen.

Punsch – fünf Zutaten für den Hochgenuss

Als britische Seeleute in Indien ein heißes Gebräu aus Arrak, Zucker, Zitrone, Gewürzen sowie Tee oder Wasser und für sich entdeckten, ahnten sie nicht, dass sie damit ein Heißgetränk nach Europa brachten, das Jahrhunderte überdauern würde und auch heute hoch im Kurs steht. Her Majesty’s Seemänner lernten das Getränk als „Pantsch“ (= fünf = Anzahl der Zutaten) kennen und übernahmen die Bezeichnung als „punch“ ins Englische – es wurde ein Lucky Punch für die Bars weltweit. Nach Deutschland kam der Punsch im 17. Jahrhundert. Er reihte sich nicht nur unter die beliebtesten Wintergetränke ein, er geisterte auch durch die Weltliteratur – selbst Friedrich von Schiller ließ sich zu einem „Punschlied“ hinreißen.

Heute wird Punsch in vielen Variationen auf den Tresen gestellt. Die „Königin“ aller Punsche ist die Feuerzangenbowle, die nicht erst seit dem gleichnamigen Film aus den 1940er Jahren ein Klassiker ist. Aber „gepunscht“ wird nicht nur auf Rotweinbasis. Auch Fruchtkonzentrate werden mit Wasser aufgegossen, mit Hochprozentigem veredelt und heiß serviert. Im Norden ist der „Seehundpunsch“ mit Weißwein, Rum und Rosinen beliebt, im Süden setzt man zur Veredelung eher auf Rum und winterliche Gewürze. Auch der vielgeliebte Star des Après-Ski, der Jagertee, lebt unter dem Dach der Punschfamilie.

Bunte Liköre und schwarze Muntermacher

Ob erwärmter Eierlikör mit Sahne und Vanilleduft, wohltemperierter Bratapfel, der klassische heiße Amaretto oder die „Jägermeister Winterkräuter“ den Tresen erobern – die Winterwelt bekommt Farbe. Auch fruchtige Kirsche, herbstliche Zwetschge, Marille und viele andere „süße Früchtchen“ lassen sich gut erwärmen. Für den Gast, der zu jeder Tageszeit einen kräftigen Muntermacher verträgt, ist neben dem Klassiker aus Irland ein “Russischer Kaffee”, ein Pharisäer, Fiaker oder ein „Maria Theresia“ ein Hochgenuss.

Winterdrinks gegen Winterblues

Um den Winter in ein Winterwunderland zu verwandeln, sind Getränke gefragt, die wohltuend einheizen. In der Gastronomie ist die Zeit gekommen, den Gast mit einer breit gefächerten Winterkarte zu verwöhnen. Mit Glühwein – und sei er noch so gut konzipiert – ist es nicht getan, denn hier gibt es bereits ein reichhaltiges Angebot.

Da im Winter Zitrusfrüchte Hauptsaison haben, sollten sie nicht fehlen im Getränkeangebot – als Basis für Mixgetränke mit oder ohne Alkohol und als zusätzliche Portion Vitamin C für eine möglichst schnupfenfreie Zeit. Kombiniert man die spritzige Frische von Orange, Zitrone und Limette mit außergewöhnlichen, exotischen Farbtupfern wie Granatapfel, Mandeln, Zimt, Kardamom, Nelken, Ingwer oder gar Chili und peppt das Ganze mit den passenden Spirituosen auf, dann hat der Gast ein Angebot vor sich, dem er nicht so leicht widerstehen kann.

Sich aufwärmen, sich wohlfühlen, sich verwöhnen mit klangvollen Namen und interessanten Kompositionen, die den Winter von seiner besten Seite zeigen – darauf kommt es an. Kreativität und eine gute Performance machen den kleinen, aber feinen Unterschied. Das kann das romantische Knistern und das blau tanzende Flämmchen einer Feuerzangenbowle in geselliger Runde sein oder der entflammte Wodka, der mit Mokka gelöscht wird. Oder die Sommer-Highlights im Winterpelz – heiß statt mit Eis.

Autor: Julian Engels

“But why is the rum gone?!” Kulinarisch in der Karibik hängengeblieben.

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