Die Bedeutung von Musik für das emotionale Gastronomie-Erlebnis

Wer kennt das nicht? Man hört eine Melodie und schon tauchen Gefühle und Erinnerungen auf. Musik ist verbunden mit Episoden aus dem eigenen Leben. Das Gehirn verknüpft das Wiedergehörte mit der Situation, in der wir ein Musikstück zum ersten Mal hörten. Dabei spüren wir die damalige Situation, deren Atmosphäre und unsere damalige Gemütslage noch einmal mit allen Sinnen.

Photo by Koushik Chowdavarapu on unsplash

Alle sind sich einig: Die emotionale Komponente von Gastronomie-Erlebnissen hat im Laufe der Corona-Krise zunehmend an Bedeutung gewonnen. Emotionalität wird zu einem Faktor, der Wertgefühl, Preisempfinden und damit auch die Zahlungsbereitschaft der Gäste beeinflusst. Es ist deshalb gerade jetzt wichtig, nicht nur über das Speiseangebot und die Raumgestaltung nachzudenken, sondern auch das richtige Musikangebot bereitzuhalten.

Musikalische Prägung in der Jugend bedingt zielgruppenorientierte Musik

In der Verknüpfung von Hören und Gefühl liegt das Geheimnis von Musik. Diese Verbindung ist umso enger, je intensiver die Gefühle waren, die wir beim ersten Hören empfunden haben. In der Lebensphase zwischen Pubertät und dem jungen Erwachsenenalter geschieht diese Verknüpfung am intensivsten. Dadurch erklärt sich, dass viele Menschen am liebsten die Musik aus dem Jahrzehnt hören, in dem sie jung waren. Als Gastronom muss man sich also bei der Auswahl der Hintergrundmusik darüber Gedanken machen, welche Altersgruppen man erreichen möchte.

Akustische Anforderungen durch Corona-bedingte Veränderungen

Der Gastronomie-Neustart fand unter erschwerten Bedingungen statt. Durch die Corona-bedingte reduzierte Anzahl der Tische sank der übliche Geräuschpegel, die atmosphärische und ausgleichende Bedeutung der Hintergrundmusik nahm zu. Ist sie zu leise, fehlt es an Atmosphäre und es kann dazu kommen, dass sich Gäste von anderen belauscht fühlen. Ist die Musik zu laut, behindert sie die Kommunikation am Tisch und mit dem Personal. In beiden Fällen lenkt sie vom Genuss ab, so dass nur eine ideale und über die Zeit gleichbleibende Lautstärke zum Erfolg führt.

Durch die Corona-Regeln hat die Außengastronomie besonderes Gewicht bekommen. Soll auf Außenflächen Musik zum Einsatz kommen, sind Lärmschutzrichtlinien zu beachten, die meist durch die Ordnungsämter geprüft werden. Dadurch kommen möglicherweise Maßnahmen zur Lärmbegrenzung hinzu, die nicht unerhebliche Kosten verursachen können. Das sollten man vorher durchdenken. Einige der möglichen Maßnahmen sind:

    • Zeitliche Begrenzung von Musikbeschallung bis 22 Uhr
    • Einbau von Pegelbegrenzern an Musikanlagen
    • Räumliche Anordnung der Freisitzflächen so, dass möglichst große Abstände zur Nachbarschaft entstehen
    • Schallschutzwände zur nahegelegenen Nachbarschaft
    • Bepflanzung und Sichtschutz (z. B. durch Flechtzäune). Diese haben zwar meist nur eine geringe akustische Wirkung, tragen aber zum Schutz der Privatsphäre für Anwohner und Gäste bei und verringern dadurch die Belästigungswirkung.

Wie wird die Musik am besten auf Ihren Gastronomiebetrieb abgestimmt?

Eine Gastronomie zu besuchen bedeutet für die Gäste genussvolle Versorgung, Freizeitbeschäftigung, soziale Kontakte, Lebensgefühl, Kultur, Feste feiern und exklusive Erlebnisse. Daher sollte man die Musikauswahl keinesfalls der jeweiligen Service-Kraft überlassen. Eine auf die jeweilige Tageszeit angepasste Lautstärke, der Musikstil, die Auswahl der Musikstücke und die Anzahl an verschiedenen Songs sind äußerst wichtig. Das muss gut geplant und genau festgelegt sein. Die Zusammenstellung der Musik muss im Voraus geschehen und für jede Tageszeit und jede Woche neu erfolgen.

Bevor damit begonnen wird, ein Musikkonzept festzulegen, sollte beobachtet werden, in welche Stimmungsabschnitte sich der Tag aufteilen lässt. Für die Variation der Playlist über die Wochentage kann der Einsatz eines Zufallsgenerators hilfreich sein. Am besten ist es, wenn ein bestimmter Mitarbeiter aus dem Betrieb für die Musik verantwortlich ist und sich dauerhaft für die Verbesserung des musikalischen Angebotes einsetzt.

Anbieter und Quellen für funktionale Musik

Alternativ kann inzwischen auf das vielseitige Angebot professioneller Anbieter zurückgegriffen werden. Denn neben Anbietern mit Sublizensierung von GEMA-freier Musik für den Einsatz als akustischer Hintergrund haben sich inzwischen Anbieter von Music-Streaming-Services entwickelt. Sie bie­ten Musik für unterschiedliche Branchen und Einsatzzwecke, optimiert oder individuell zusammengestellt, in Form von Playlisten bis hin zu Flatrates an. Eine neue Variante sind Streaming-Dienste, die ähnlich wie ein Radiosender über eine ei­gene Musikredaktion verfügen. Diese stellt täglich frisch für 24 Stunden am Tag – 7 Tage die Woche – aus einem oder mehreren Basisformaten ein indi­viduelles, zielgruppen- und branchenorientiertes Programm zusammen.

Live-Musik als mögliche Ergänzung

Anders verhält es sich bei Live-Musik-Veranstaltungen. Hier ist die Musik zentraler Bestandteil des Gesamterlebnisses. Neu gehörte Musik verbindet sich dabei mit dem Erleben und Geschehen vor Ort und schafft so neue persönliche Erinnerungen.

Wo es möglich ist, bietet es sich also an, die Musik hin und wieder stärker in den Mittelpunkt des Gastro-Erlebnisses zu stellen und gelegentlich Live-Musik anzubieten. In der Bar-Szene sind da schon die sogenannten “Listening Bars” Vorreiter, bei denen eine neue Welle des Musikhörens und Trinkens das Konzept bestimmt. Übertragbar ist das auch auf Speisekonzepte.

Falls noch keine Erfahrungen mit der Buchung geeigneter Solokünstler oder Bands vorhanden sind, kann sich einfach an Künstler- oder Booking-Agenturen gewandt werden. Agenturen, die Musiker vertreten oder Festivals mit Künstlern versorgen, haben eine wahre Corona-Flaute hinter sich. Viele werden sich freuen, auch in kleinerem Rahmen wieder aktiv zu sein, da die ganz großen Veranstaltungen vermutlich noch bis mindestens 2022 auf sich warten lassen werden.

Fazit

Nach den starken Einschränkungen durch Corona ist die Emotionalität eines Gastronomie-Erlebnisses für die Kunden  noch wichtiger geworden. Musik und Emotionen stehen in enger Verbindung. Finde mit einem durchdachten Musikangebot den richtigen Ton, passend zu Deinem Angebot und Deinen Gästen.

Mache jeden Gast zu Deinem Stammgast: Schaffe ein einprägsames Musikerlebnis, das Dein Lokal richtig in Szene setzt und eine optimale Wohlfühl-Atmosphäre im Restaurant, der Bar oder im Café erzeugt. Dazu muss auch die Musikauswahl Chefsache sein. Oder nutze das Potential einer von einem professionellen Anbieter gestalteten Musik-Playlist, abgestimmt auf die Tageszeit, Deinen Gastronomiebetrieb und Dein Publikum.

Autor: Manfred Troike

Inhaber von LEINENLOS, Blog über Menschen, Ideen und Trends in der Gastronomie. Mich faszinieren die Abläufe in Gastronomiebetrieben, die Schnittstelle zwischen Gast und Personal. Es ist der Kontakt mit sehr unterschiedlichen Menschen, der mich jeden  Tag wieder neugierig macht.

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