Nachhaltige Alternativen zu Plastiktrinkhalmen

Das Thema Plastik ist in aller Munde. Plastiktrinkhalme sowieso. Zeit, diese Umweltsünder aus der Gastronomie zu verbannen oder durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen.

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Kirill Smirnov/shutterstock.com

Unser Planet versinkt in Plastik. Weltweit landen pro Tag drei Milliarden Einweg-Trinkhalme im Müll. Für Deutschland beziffert Greenpeace die Zahl der jährlich weggeworfenen Plastiktrinkhalme auf rund 40 Milliarden. Eine aktuelle Studie kam jüngst zu dem Schluss, dass an den Stränden dieser Welt bis zu 8,3 Milliarden Plastiktrinkhalme liegen. Für diese gigantische Zahl sind vor allem Gastronomiebetriebe wie Restaurants und Bars verantwortlich. In der amerikanischen Stadt Seattle herrscht seit letztem Sommer ein Verbot für Plastikstrohhalme. McDonalds, Starbucks und andere amerikanische Gastroketten wollen die Umweltsünder in naher Zukunft aus vielen ihrer Filialen verbannen.

Wenn unverzichtbar, dann bitte nachhaltig

Nun stellt sich die berechtigte Frage, ob Trinkhalme in der Gastronomie überhaupt notwendig sind. Wer diese mit Ja beantwortet (weil er beispielsweise Cocktails, Eiskaffee oder Smoothies verkauft) oder aus Tradition nicht auf Trinkhalme verzichten möchte, hat mittlerweile eine beträchtliche Auswahl an nachhaltigen Alternativen. Dabei handelt es sich entweder um Trinkhalme aus wiederverwendbaren, biologisch abbaubaren oder recycelbaren Materialien. Und als neuester Clou: essbare Trinkhalme. Im Folgenden präsentieren wir praktikable nachhaltige Alternativen zum Plastikstrohhalm für die Gastronomie.

Trinkhalme aus Metall

Strohhalme aus Metall beziehungsweise Edelstahl sind elegant, bruchsicher, wiederverwendbar und halten quasi ewig. Allerdings sind sie nicht komplett geschmacksneutral, wenn auch diesbezüglich viel dezenter als viele ihrer nachhaltigen Kollegen. Es gibt sie mit Knick oder ohne. Ein amerikanisches Start-up hat sogar einen Metall-Strohhalm entwickelt, den man auf Feuerzeuggröße einklappen kann (Final Straw). Metalltrinkhalme eignen sich gut für die Gastronomie, da sie durch Hitze sterilisiert werden können. Falls nötig, können sie auch problemlos recycelt werden.

Trinkhalme aus Glas

Trinkhalme aus Glas sind optisch ansprechend, hygienisch, bruchsicher und halten sehr lange. In der Regel sind sie aus extra stabilem Glas gefertigt und lassen sich bestens in der Spülmaschine reinigen. Absolutes Alleinstellungsmerkmal ist ihre Geschmacksneutralität. Und sie lassen sich ohne Qualitätsverlust über den Glasmüll entsorgen und recyceln. Für die Gastronomie sind Glas-Halme also bestens geeignet. Die Trinkhalme des 2016 gegründeten Berliner Start-ups Halm werden nach eigenen Angaben in 300 Gastrobetrieben verwendet – beispielsweise in den Hamburger Hotels Empire Riverside und Hafen Hamburg.

Trinkhalme aus Papier oder Stroh

Papierhalme sind zwar nicht biologisch abbaubar, können aber immerhin recycelt werden. Optisch eher etwas für einen Kindergeburtstag und auch nicht wirklich geschmacksneutral dafür aber kostengünstig. Neben Halmen aus verschiedenen Papiersorten produziert das bayerische Unternehmen Bio-Strohhalme.com zudem sogar wortwörtlich Trinkhalme aus Stroh. Diese sind zwar nicht komplett geschmacksneutral, können dafür aber im Biomüll entsorgt werden. Für Gastronomie und Hotellerie gibt es gesonderte Packungsgrößen.

Trinkhalme aus Weizen

Biologisch abbaubar sind auch Trinkhalme aus Weizen. Laut Herstellerversprechen sind sie geschmacksneutral und selbstverständlich glutenfrei. In den USA hat sich ein Start-up namens Hay! der Produktion dieser umweltverträglichen Halme angenommen während der deutsche Markt von Sunny Pipe, einem Start-up aus Nordrhein-Westfalen, aufgerollt wird. Sunny Pipe verspricht das formstabile Verhalten seiner Weizen-Halme in Kaltgetränken für mindestens 50 Minuten. Die Cocktail-Kette Sausalitos konnte damit schon überzeugt werden.

Last but not least: essbare Trinkhalme aus verschiedensten Stoffen und in diversen Geschmacksrichtungen.

Trinkhalme aus Trester

Die Trinkhalme des sächsischen Start-ups Wisefood müssen überhaupt nicht abgebaut werden, denn sie können sogar verzehrt werden. Ihr Hauptbestandteil ist Trester. Was das ist? Rückstände bei der Apfelsaftproduktion. 2017 trumpften die studentischen Gründer mit dem Trinkhalm Eatapplein „Der Höhle des Löwen“ auf. Die Nachfolger-Version SUPERHALM ist, im Vergleich zum Vorgänger, 60 Minuten im Getränk stabil und gibt keinen Geschmack ab. Die Trinkhalme schmecken süß-sauer, ähnlich wie Fruchtriegel. Ihre Mindesthaltbarkeit beträgt zwei Jahre. Der Gastronomie gewährt Wisefood Sonderpreise.

Trinkhalme aus Zucker

Auch die Strohhalme des spanischen Start-ups Sorbos sind essbar. Die aus Zucker bestehenden Halme gibt es in diversen Geschmacksrichtungen von Zitrone bis Schokolade und sie können von Kunden sogar personalisiert und bedruckt werden. Auch eine neutral schmeckende Version ist mit von der Partie. Erfunden hat sie der spanische BarkeeperVictor Manuel Sánchez, den der Plastikgeschmack in seinen Cocktailkreationen nervte. Seit 2018 ist Sorbos auf dem deutschen Markt bei dem Lebensmittelgroßhändler RUNGIS EXPRESS im Sortiment.

Trinkhalme aus Algen

Ein Patent auf Trinkhalme aus Algen wurde lustigerweise nicht von einem asiatischen, sondern einem amerikanischen Start-up angemeldet. Die Algen-Trinkhalme von Lolistraw sind innerhalb von 60 Tagen kompostierbar – es sei denn, sie wurden nach dem Austrinken aufgegessen. Etwaige Geschmacksrichtungen sind nicht bekannt – Hauptsache das Getränk schmeckt nicht nach Meer.

Trinkhalme aus Pasta

Extrem kostengünstig und in jedem Supermarkt erhältlich sind übrigens Trinkhalme aus Pasta. Macaroni heißen diese natürlichen und essbaren Halme. Vielleicht nicht gerade etwas für einen edlen Cocktail aber als Zutat auf der Kinderkarte doch eine originelle Idee, die bei umweltbewussten Eltern vielleicht auf Beifall trifft. Sofern glutenfrei, natürlich.

Trinkhalme aus Bambus

Biologisch abbaubar sind zwar auch Trinkhalme aus Bambus. In der Gastronomie darf Bambus (genau wie Holz) aber nicht verwendet werden – außer als Deko. Dabei ist das Naturprodukt gesundheitlich wie ökologisch unbedenklich ist. Bambus ist zwar antibakteriell aber leider auch alles andere als geschmacksneutral.

Autor: Kirsten Schwieger

Sie liebt es, in der Küche zu improvisieren, was sich beim Backen allerdings manchmal übel rächt. Die Hamburgerin aus Vorsatz ist ein großer Fan der vegetarischen Küche und von Desserts mit viiiieeel Schokolade.

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