Südamerika auf dem Vormarsch

Ich gebe zu, Südamerika weckt in mir eher die Reiselust, als dass mir der Gedanke an einheimische Gerichte das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Ganz vorurteilsfrei bin ich nicht. Ich habe meine Meerschweinchen lieber zuhause als gebraten auf meinem Teller …

Photo by Louis Hansel on Unsplash

Doch Südamerikas Küche wird gnadenlos unterschätzt – das ist nicht nur mir, sondern auch einigen Gastronomen und Gastronominnen bewusst geworden. Stets auf der Suche nach der neuesten Trend-Küche, kommt man auch an Südamerikas kulinarischen Spezialitäten nicht drumherum.

Südamerikanische Vielfalt – jetzt wird’s bunt!

Von wegen eintönig – Südamerika ist mit seinen 19 Ländern geprägt von vielfältigen Esskulturen. Eine einheitliche Küche gibt es nicht, dafür aber bevorzugte Zutaten: Reis, Bohnen, Fleisch und jede Menge Mais finden, je nach Region, Platz in den unterschiedlichsten Gerichten.

Wer jetzt meint, die südamerikanische Küche sei nichts für Ihn (oder Sie), darf sich getrost einmal auf die Finger klopfen. Selbst der gute Deutsche, der seine traditionell bürgerliche Küche liebt, hat gewiss schon einmal beim Mexikaner seines Vertrauens, genussvoll einen Teller mit Empanadas, Tortillas oder Quesadillas vernichtet.

Südamerika wird zur Trend-Küche. Die Großstädte machen’s vor: in Berlin gibt es schon einige Szene-Lokale, die auf den Trend der südamerikanischen Küche schwören. Doch auch in Deutschlands Küchen schleicht sich die Experimentierfreude ein, sich an den temperamentvollen kulinarischen Spezialitäten Lateinamerikas zu versuchen.

Doch was kommt in Südamerika jetzt denn auf den Teller?

Die genannten Meerschweinchen gehören natürlich nicht zur bevorzugten Hauptspeise der meisten Südamerikaner. Meerschweinchen werden teils nur im Andenhochland Kolumbiens gegessen – und das eher von ärmeren Leuten. In den Städten geben meist die Nachfahren der europäischen Einwanderer den Ton an. Besonders der spanische Einfluss findet sich in vielen nationalen Gerichten wieder.

Fragt man Reisende oder Südamerikaner nach einem charakteristischen Bestandteil der südamerikanischen Küche, werden alle wohl das gleiche sagen: Maíz– oder Mais für diejenigen, die sich mit dem Übersetzen schwertun. Mais ist auch der Hauptbestandteil, eines der traditionellsten Gerichte Südamerikas: Humitas. Sie werden in Maisblätter eingewickelt und bestehen aus Maisbrei, der zusammen mit Käse, Zwiebeln, Rahm und Eiern, schon von den alten Inkas gegessen wurde.

In Chile isst man seinen Mais bevorzugt im Pastel de choclo – einem Maisteig mit Fleischfüllung. Mais wird in vielen Ländern Südamerikas, als beliebte Beilage gegessen. Natürlich zu ausreichend Fleisch. Zugegeben, vegetarische oder vegane Gaumen, werden von den meisten Nationalgerichten Südamerikas, nicht gerade verwöhnt. Zwar gibt es dort das leckerste und reifste Obst und Gemüse, die südamerikanische Küche ist und bleibt allerdings eins: sehr sehr fleischlastig.

Fleisch findet in vielen Gerichten, wie zum Beispiel dem traditionellen brasilianischen Bohneneintopf Feijoada, den Weg in die Töpfe und Pfannen Südamerikas. Neben Fleisch landen besonders gern auch Fisch und Meeresfrüchte auf dem Teller. Chevichebeispielsweise, ist Perus Nationalgericht und besteht aus rohem Fisch und frischen Meeresfrüchten. Meist mit einer leckeren rosa Soße serviert, isst man Cheviche bevorzugt in Peru und Kolumbien.

Die wohl bekannteste Spezialität – zumindest bei uns Europäern – sind Empanadas. Spätestens jetzt wird der ein oder andere erleichtert aufatmen. Empanadas, das kennt man ja. Die halbmondförmigen Teigtaschen werden in Südamerika mit allen möglichen Variationen befüllt. Bevorzugt kommt Fleisch und Mais (wie sollte es anders sein), Käse und verschiedenstes Gemüse als Füllung in die leckeren Teigtaschen. In den meisten Ländern werden Empanadas frittiert. Wer allerdings auf seine Linie achten möchte, der sollte lieber nach Argentinien gehen. Dort werden die Teigtaschen nicht frittiert, sondern gebacken.

Essen gut, alles gut – doch was gibt’s zu trinken?

Nachdem Euch wider Erwarten womöglich doch das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, darf sich jetzt auch über traditionelle südamerikanische Getränke gefreut werden. Obwohl so manche wahrscheinlich glauben, dass in brasilianischen Adern nur Caipirinha fließt, trinken Brasilianer mindestens genauso gerne ein gutes Bier.

Zugegeben, etwas gewöhnungsbedürftig wirkt das Nationalgetränk Perus auf den ersten Blick. Pisco Sour ist ein erfrischender Cocktail, der aus dem Traubenschnaps Pisco, Limettensaft, Zucker und – Achtung – Eiklar hergestellt wird. Das beliebte Getränk gibt es allerdings auch in vielen anderen Variationen, zum Beispiel mit Maracujasaft statt Limette. Damit auf jeden Fall einen Versuch wert!

Als ich vor gut 10 Jahren in Berlin war, entdeckte ich zum ersten Mal ein Getränk, das man entweder liebt oder hasst. Was dazwischen gibt es kaum – Mate. Ob als Eistee oder als warmes Getränk, Mate gibt es in Deutschland bereits in vielen verschiedenen Variationen. Dass Mate allerdings nicht die Erfindung der Berliner war, sollte jedem klar sein. In Argentinien trinkt man den traditionellen Mate-Tee schon seit etlichen Jahren. Das Nationalgetränk wird aus den Blättern des Yerbabusches hergestellt und erfreut sich in dort großer Beliebtheit.

Wie einigen jetzt klar geworden sein sollte, hat die südamerikanische Küche weit mehr zu bieten als Empanadas, Quesadillas oder Mate-Getränke. Und sicher ist auch: Die südamerikanische Küche ist auf dem Vormarsch und wird in nächster Zeit auch vor der deutschen Szene-Gastronomie nicht haltmachen.

In diesem Sinne: Buen provecho!

Autor: Julian Engels

“But why is the rum gone?!” Kulinarisch in der Karibik hängengeblieben.

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