Nachhaltigkeit zahlt sich aus!

Der sorgsame Umgang mit Le­bensmitteln bringt Gewinn und verbessert das Image. Dabei sind die Möglichkeiten vielfäl­tig und erprobt.

Photo by Anshu A. on unsplash

Nachhaltigkeit? Wird eigentlich zu oft auf Energie bezogen. Ver­gessen wird der bewusste Um­gang mit Lebensmitteln. Dabei lohnt sich eine Auseinan­dersetzung auch in eigener Sache, denn ein nachhaltiger Um­gang mit Lebensmitteln sorgt für eine nachweisliche Gewinnsteige­rung. Im Bereich der Gastronomie landen in Deutschland täglich bis zu 30 Prozent aller angeschafften Lebensmittel unverbraucht in der Mülltonne. Letztlich ist das nicht nur eine ethische, sondern eben auch eine betriebswirtschaftliche Katastrophe.

Es ist an der Zeit, die eigenen An­sätze und Verfahren einmal genau­er zu hinterfragen: Wie lassen sich die Gewinne sowie das Ansehen bei den Gästen in puncto Lebens­mittelverwendung steigern? Und dies bitte ohne Qualitäts­verluste. Wer hier klug vorgeht, den erwarten nennenswerte Ge­winnsteigerungen. Anders gesagt: Wenn der Gastronom wie bisher anstatt der genannten 30 nur 15 Prozent der Lebensmittel unge­nutzt entsorgt, dann bedeutet dies bei mittlerer Betriebsgröße eine Einsparung von 400 Euro pro Mo­nat oder mehr. Gute Gründe, war­um wir drei empfehlenswerte Pro­jekte vorstellen möchten, welche für mehr Effizienz sowie weniger Lebensmittelverschwendung und -abfälle sorgen.

Für eine Nachhal­tigkeit, die sich rechnet

„Sehr viele Unternehmen reden nur über den Klimaschutz, aber wir handeln!“, sagt Torsten von Bor­stel, seines Zeichens Geschäftsfüh­rer von United Against Waste. Der gemeinnützige Verein setzt sich überregional gegen die Lebens­mittelvergeudung in Einrichtun­gen zur Gemeinschaftsverpflegung ein. Hierbei reicht das Spektrum vom beschaulichen Kindergarten bis hin zum großen Kreuzfahrt­schiff – seit 2013 werden Projekte umgesetzt, die beweisen, dass ge­lebter Klimaschutz einfach und ef­fizient umzusetzen ist. Darüber hi­naus weist von Borstel darauf hin, dass erstaunlich viele Maßnahmen gegen den allgegenwärtigen Le­bensmittelabfall nur geringe oder gar keine Investitionen erfordern. Zum Beispiel sorgen das Anpassen von Portionsgrößen oder die Sensi­bilisierung der Mitarbeiter auf den Gesamtprozess der Abfallvermei­dung letztendlich für nennenswerte finanzielle Gewinnsteigerungen. Außerdem lassen sich die Ange­bote von United Against Waste einfach nutzen, denn es wird dem Gastronomen online ein intelli­gentes Analyse-Tool zur Verfügung gestellt, welches bis zu sechs Wo­chen hinweg mit den eigenen Un­ternehmensdaten gefüttert wird. Im Anschluss erhält der Gastro­nom einen aufschlussreichen Re­port inklusive detaillierter Ver­besserungsvorschläge. Übrigens verweist United Against Waste darauf, dass dank dieses Vorge­hens eine Einsparung von 30 bis 50 Prozent an Lebensmittelabfäl­len möglich ist. Somit entstehen Lösungen, welche auch finanziell sehr interessant sind.

Unser Tipp: Probieren geht über Studieren. Ein Besuch der Internetseite www.uni­ted-against-waste.de lohnt sich auf jeden Fall, denn dort finden sich viele nützliche Informationen zum gesamten Themenbereich.

Greentable – eine clevere Idee

Mittels des Greentable-Siegels kann der Gastronom seinen Gäs­ten signalisieren, dass sein Lokal eine besondere Verantwortung für Mensch und Umwelt übernimmt. Erklärtes Ziel von Greentable ist die Verbreitung des Nachhaltig­keitsprinzips in der gesamten Gas­tronomie. Im Detail werden hierbei die Akti­vitäten des Unternehmens mittels verschiedener Bewertungsfelder auf ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung bewertet. Werden mindestens 50 Prozent erfüllt, erhält man das entspre­chende Greentable-Siegel und der Bewerber wird als nachhaltiges Restaurant auf der Internetsei­te geführt. Insgesamt überzeugt Greentable durch die praktische Umsetzbarkeit der angebotenen Leistungen und Services. Es empfiehlt sich also zu prüfen, inwieweit die nachfolgenden Vor­gaben bereits erfüllt werden:

  • Auswahl an vegetarischen bzw. veganen Gerichten
  • Verwendung regionaler wie auch saisonaler Produkte
  • Verwendung frischer sowie ge­ring verarbeiteter Lebensmittel
  • Einkauf von fair gehandelten Produkten
  • Maßnahmen gegen Lebensmit­telverschwendung
  • Verwendung ökologisch erzeugter Lebensmittel
  • Faire Bezahlung der Mitarbei­ter sowie auch deren Förderung
  • Informationen über nachhal­tige Aktivitäten des Betriebes
  • Die Speisekarte bietet Informa­tionen über Herkunft der ver­wendeten Produkte
  • Verwendung von 100 % Öko­strom
  • Umwelt- und klimaschonende Prozesse im Restaurant und beim Lieferservice

 

Geprüft werden sollte, was bereits im Bereich Nachhaltigkeit getan wird und was sich verbessern lässt.

Das Wichtigste: Das Positive sollte zum Beispiel über die Internetseite oder einen Aus­hang auch an die Gäste kommuni­ziert werde

Die Sache mit der Tüte

In den meisten gastronomischen Betrieben, aber auch in Bäckereien oder Supermärkten, fällt regelmä­ßig überschüssiges Essen an. Die Idee von „Too Good To Go“ ist es, die unverkauften Lebensmittel in eine Wundertüte zu stecken. Damit ent­steht eine Win-Win-Win-Situation, denn die Kundschaft erhält leckeres Essen zum reduzierten Preis, das je­weilige Unternehmen verdient auch noch etwas und die Umwelt freut sich über weniger Verschwendung. Das Prozedere ist einfach: Über die App gibt der Anbieter ein, welche Wundertüte er zu welchem Preis anbietet. Der Interessent kann sich diese dann reservieren und an­schließend abholen. Ein möglicher Preis für eine solche Wundertüte kann beispielsweise bei drei Euro liegen. Wer Schwierigkeiten hat, ein finanzielles Angebot für die eigenen Angebote zu entwickeln, dem sei empfohlen, die Preise anderer An­bieter zu studieren. Letztlich sollten sich in einer solchen Warentüte na­türlich preislich stark reduzierte Le­bensmittel befinden, die bei einem regulären Kauf gerne das Doppelte oder mehr kosten würden.

Fakt ist: Wenn immer mehr Menschen sich an diesem oder ähnlichen Projek­ten beteiligen, kann es gelingen, die Lebensmittelverschwendung nachhaltig zu reduzieren. Auf der Internetseite www.toogoodtogo.de wird erklärt, wie mitgemacht wer­den kann.

 

Nachhaltigkeit wird belohnt – in jeglicher Hinsicht

Ethisch, ökologisch und finanziell: Es lohnt sich für den Gastronomen gleich mehrfach, behutsam mit Le­bensmitteln umzugehen. Darüber hinaus empfehlen wir, die hier aufgeführten Möglichkeiten und Services einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Last but not least sei auf die Image- Verbesserung des eigenen Etab­lissements durch die Umsetzung solcher Maßnahmen hingewiesen. Das funktioniert natürlich nur richtig gut, wenn die Kunden auch über die eigenen nachhaltigen Maßnahmen informiert werden! Schließlich möchte der moderne Gast nicht nur lecker bewirtet wer­den, sondern auch mit dem ange­nehmen Gefühl verwöhnt werden, Nachhaltigkeit für Lebensmittel unterstützt zu haben.

Autor: Michael A. Mainka

Er ist der kreative Kopf hinter der Agentur MAINKA. Ihn zeichnet sein umfassendes Know-how über wichtige Werbebereiche wie auch neue Social-Media-Technologien aus. Daneben interessieren ihn gastronomische Trends.

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