Pop-up Bars

Da passt man einmal kurz nicht auf und schon hat sich über Nacht eine kleine Bar in dem angesagten Szene-Viertel breitgemacht. Doch so schnell wie sie aufgetaucht ist, ist sie auch schon wieder weg. Die Rede ist von Pop-Up-Bars. Doch was steckt hinter diesem Konzept?

Pop-Up-Bars
Photo by Edu Lauton on Unsplash

„Nur noch solange der Vorrat reicht!“, brüllt die übermotivierte Werbestimme aus den Lautsprechern unserer Einkaufsläden. Wer hat sich nicht schon einmal unter Druck gesetzt gefühlt, zugreifen zu müssen, bevor sich das unschlagbar tolle Angebot in Luft auflöst? Wir tendieren zu spontanen und unüberlegten Käufen, wenn wir uns zeitlich unter Druck gesetzt fühlen. Das Konzept der zeitlichen Verknappung – wie es im Fachjargon so schön genannt wird – hat sich zu einer bewährten Marketing-Masche etabliert. Und genau darauf setzt die Idee hinter den Pop-up-Bars. Doch ist das nur alter Wein in neuen Schläuchen, oder kann dieses Konzept dem stationären Gastronomiebetrieb wirklich das Wasser reichen?

Weniger Kosten – mehr Profit?

Was sich nach einer unrealistischen Traum-Vorstellung anhört, soll das Konzept der Pop-up-Bar ermöglichen: Den eigenen Kundenstamm erweitern und gleichzeitig die Kaufkraft der Kunden maximieren. Und das Ganze bei geringeren Kosten!

Für wenige Tage oder Wochen, werden vorrübergehend lukrative, leer stehende Räumlichkeiten jeglicher Art gemietet. Ob in kleinen Wohnungen, alten Fabriken, ehemaligen Banken, oder mobil auf vier Rädern- den Möglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt! Eines haben die Pop-up-Bars jedoch alle gemeinsam: Es werden potenzielle Kunden angesprochen, die sich im stationären Gastronomiebetrieb nicht erreichen lassen würden. Die Pop-up-Bars profitieren neben der großen Reichweite, die mit den ständig wechselnden Locations kommt, insbesondere von der Verknappungsstrategie. Die zeitliche Begrenzung bringt die Kunden zum Kaufen. Denn wer weiß, ob die Möglichkeit einen Drink in der neuen Szene-Location zu genießen, nicht morgen schon wieder verflogen ist?

Ungeahnte Möglichkeiten!

Besonders junge Bars profitieren von dem „Pop-up“-Konzept. In der heißen Anfangsphase die Durststrecke zu überstehen, ist für viele Gastronomen und Gastronominnen ein K. O.- Kriterium, das den Traum der eigenen Bar nach nur kurzer Zeit wieder schmerzlich in die Schranken weist.

Die zeitliche Begrenzung der Pop-up-Bars bietet die Möglichkeit, neue Konzepte in neuen Umgebungen zu testen. So kann sich im Wochentakt die Atmosphäre und das Design der Bars ändern, oder neue Angebote an neuen Kunden getestet werden. Das erregt Aufmerksamkeit und verursacht bei den Kunden den Eindruck von Exklusivität. Denn wer würde nicht gern in einer lauen Sommernacht auf den Stufen des Nationaltheaters sitzen und bei Musik und Unterhaltung einen Piña Colada schlürfen? Und wem das noch nicht exklusiv genug ist: Wie wäre es, bei Talks und Workshops mit den weltbesten Barkeepern seinen eigens kreierten Cocktail zu genießen? * Das freut nicht nur die Gäste, sondern auch die Portemonnaies der Veranstalter. Diese lassen sich das Trinken in der exklusiven Location nämlich gut bezahlen. Aber das scheint den Kunden wenig zu stören. Denn für ein bisschen Abwechslung und Exklusivität ist er durchaus bereit, etwas tiefer in den Beutel zu greifen.

Von Mund-zu-Mund-Pro­pa­gan­da profitieren

Wer jetzt noch nicht auf den Geschmack gekommen ist, dem wird jetzt noch die Kirsche aufs Cocktail-Glas gesetzt: Pop-up-Bars profitieren vor allem durch Mundpropaganda, wodurch teure Werbekosten auf ein Minimum reduziert werden können. Besonders die junge Generation lässt sich auf der Suche nach der Szene gerne von den hippen Insider-Tipps ihrer Gleichgesinnten überzeugen.

Wen der Gedanke an eine eigene Pop-up-Bar jetzt schon mit den Füßen scharren lässt, dem muss an dieser Stelle allerdings reiner Wein eingeschenkt werden. Mittlerweile springen immer mehr Gastronomen und Gastronominnen auf den Pop-up Zug auf. Der Bedarf an Räumlichkeiten zur Kurzmiete, sprengt bei Weitem das Angebot, das in Deutschland für diesen Zweck zur Verfügung steht. Wirtschaftlich gesehen lässt sich erwarten, dass die Vermieter den Pop-up Trend erkennen und mit Erhöhung der Mietpreise reagieren, oder mehrere Monate auf eine freie Location gewartet werden muss.

Gute Planung bleibt das A und O

Dass die Einnahmen bei Pop-up-Bars nicht nur durch „abwarten und Tee trinken“ fließen, sollte auch jedem klar sein. Planung ist hierbei das A und O! Alles was an Sicherheits- und Hygienestandards bei stationären Gastronomiebetrieben beachtet werden muss, gilt selbstverständlich auch für die Pop-up-Bars. Für jede neue Location müssen diese Standards aufs Neue geprüft und gewährleistet werden. Ebenso ist es notwendig, für jeden neuen Standort bei der jeweiligen Stadtverwaltung, die nötigen Genehmigungen und !Versicherungen zu klären und einzuholen.

Wer allerdings bereit ist, den zusätzlichen Aufwand in Kauf zu nehmen, für den könnte sich der Traum nach einer eigenen Pop-up-Bar, als lukrativer Gewinnbringer erweisen. Werden untypische und außergewöhnliche Locations, mit Events oder besonderen Angeboten verbunden, lässt sich schnell ein Alleinstellungsmerkmal aufbauen, was bei vielen Menschen auf positive Resonanz trifft. Gerade für Gastronomen und Gastronominnen, die sich in der Anfangsphase ihrer Selbstständigkeit befinden, oder lediglich ihren Kundenstamm erweitern wollen, sind Pop-up-Bars eine profitable Möglichkeit, ihre Reichweite innerhalb von kurzer Zeit zu steigern und dem eigenen Betrieb einen Image-Boost zu versetzen!

Autor: Julian Engels

“But why is the rum gone?!” Kulinarisch in der Karibik hängengeblieben.

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