Ein Helles bitte!

Warum das Helle nicht längst schon in der Gastronomie das Pils auf der Beliebtheitsskala abgelöst hat? Eine gute Frage, der wir hier einmal umfassend nachgehen.

Photo by Gerrie van der Walt on unsplash

Das Wichtigste zuerst: Das Helle ist in. Das kommt auch nicht von ungefähr, denn dieses bayrische Bier schmeckt aktuell Bierfreunden in der gesamten DACH-Region bestens. Auch immer mehr Wirte und Gastronomen nehmen das Helle gerne mit auf ihre Karte. Lediglich der Name, also „Helles“, der lässt den Kenner dann doch etwas die Stirn runzeln, schließlich sagen selbst Pils oder Kölsch schon etwas mehr über die eigene Herkunft und Brauart aus. Höchste Zeit, sich mit dem Thema einmal genauer zu beschäftigen

Positiv – gegen den Trend

Ja, in Deutschland geht der Bierkonsum zurück, wobei eben das hier behandelte Helle die große Ausnahme ist. Insgesamt sprechen wir von einem eindeutigen Trend, der sich in den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 mit einer 14-prozentigen Absatzsteigerung bemerkbar machte. Dementsprechend bescheinigen die Marktforscher von Nielsen auch für den gleichen Zeitraum einen Anstieg des Anteils am gesamten innerdeutschen Markt von 7,9 auf 8,8 Prozent.

Diese sich seit geraumer Zeit abzeichnende positive Tendenz ließ die großen Pilshersteller in ganz Deutschland natürlich aufhorchen – und handeln. Insofern stehen wir jetzt erst am Beginn eines großen Trends, der dann mit Worten wie „unbedingt ein Helles bitte“ am besten beschrieben werden kann.

Über Kältemaschinen, Seemänner und 60er-Jahre

Bier wurde bereits im alten Ägypten gebraut und getrunken. Allerdings handelte es sich da eben nicht um unser besagtes Helles. Erst die Erfindung der Kältemaschine, im Jahr 1876 konnte Carl Linde sein Patent für seine „Ammoniak-verdichtende-Kompressionskältemaschine“ anmelden, ermöglichte die ganzjährige Biergärung unter optimalen und somit kalten Bedingungen.

Es dauerte noch eine Zeit, aber dann braute die Münchner Spaten Brauerei im Jahr 1894 ein helles Lagerbier. Zuerst unterzog man dieses einem Testlauf im Hamburg, wo das Bier schnell die Seemänner im dortigen Hafen begeisterte. Was folgte, war der zweite Teil der Erfolgsgeschichte, denn nun eroberte das Helle nicht nur München, sondern eben auch ganz Süddeutschland.

Wie wir sahen, war das Helle bereits in den 60er-Jahren in Deutschland auf dem Vormarsch, jedoch wurde es da noch vom Pils verdrängt. Letzteres hing wohl auch mit dem zunehmenden Verkauf von Flaschenbieren zusammen. Beim aktuellen „Helle-Boom“ handelt es sich streng genommen um eine Renaissance, und zwar eine, welche weit über das ursprüngliche Bayern hinausgeht.

Pils und Helles: untergärige Biere

Das Helle wie auch das Pils sind untergärige Biersorten. Bei solchen Bieren sinkt die untergärige Hefe während des Brauens auf den Boden. Wichtig ist hierbei eine besonders niedrige Temperatur, welche zwischen 4 und 9 °C liegen sollte. Das Helle zeichnet sich wiederum gegenüber dem Pilz durch eine weit geringere Bitterkeit aus. Oftmals verfügt es zudem über ein dezent malziges Aroma.

Helles Lagerbier hat 40-42 Kcal/100 ml und liegt daher auch bei dem Thema Kalorien mit einem typischen Pils gleichauf. Ebenfalls ist der Alkoholgehalt von rund 5% als durchschnittlich anzusehen.

Gut temperiert: So wird’s getrunken

Am besten schmeckt ein Helles bei einer Temperatur von 7 bis 9 Grad. Darüber hinaus wird das Helle zumeist im sogenannten Willibecher serviert. Hierbei handelt es sich um ein Glasgefäß mit einfacher Form.

Es wird angenommen, dass 1954 ein gewisser Willy Steinmeier als Mitarbeiter der Ruhrglas GmbH den einfach herzustellenden Willibecher entworfen hat. Der Willibecher wurde dann von vielen Brauereien als Standard-Bierglas übernommen und ist bis heute das in unseren Breiten meistproduzierte Bierglasmodell.

Ein Helles. Mit besten Empfehlungen!

Letztlich wird der beschriebene Trend rund um das Helle anhalten. Wir empfehlen daher die Sache im Auge zu behalten – und wenn es noch nicht geschehen ist, diese Sorte auf die Karte zu nehmen. Sowohl Stammgäste wie auch neue Gäste werden dieses köstliche Bier mögen. Insofern kann man als Gastronom beim Thema Helles nichts falsch machen, sondern nur gewinnen.

Autor: Michael A. Mainka

Er ist der kreative Kopf hinter der Agentur MAINKA. Ihn zeichnet sein umfassendes Know-how über wichtige Werbebereiche wie auch neue Social-Media-Technologien aus. Daneben interessieren ihn gastronomische Trends.

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