Wird Fast Food jetzt von Slow Food abgelöst?

Slow Food ist in aller Munde. Vielleicht ist es da an der Zeit, der Sache einmal genauer auf den Zahn zu fühlen?

Erik J/ shutterstock.com

Slow Food ist eine Bewegung, welche ausnahmsweise einmal nicht aus den USA unseren Kontinent erobert, sondern aus Italien kommt. Die Sache ist also mehr als spannend und verdient näher beleuchtet zu werden.

Carlo Petrini: „gut, sauber, fair“

Die Idee von Slow Food stammt von dem Italiener Carlo Petrini (68), der sich nach einem Soziologiestudium in der Politik engagierte. Ende der  1970er Jahre  arbeitete er als Journalist, bevor er in den 1980ern die „Gesellschaft der Freunde des Barolo“ gründete, als Reaktion auf einen Weinskandal. Damals kam heraus, dass Barolo-Weine mit Methanol gepanscht wurden.   1986 gründete Petrini dann Slow Food als Antwort auf die Eröffnung einer McDonald’s-Filiale auf der geschichtsträchtigen Piazza Navona in Rom.

Seitdem hat Carlo Petrini eine Bewegung erschaffen, die wie keine andere das Bewusstsein für gutes und gesundes Essen schärft. Sein Motto: “buono, pulito e giusto“ (gut, sauber, fair)! Während er selbst heute als Lobbyist in Brüssel zu finden ist, erhält seine Bewegung zunehmend weltweite Anerkennung. Trotz seines Erfolgs und Renommees betrachtet er sich immer noch gerne als eine Art Robin Hood des guten Essens. Überliefert ist ein Anruf des Papstes, welcher sich für ein übersendetes Slow Food Buch herzlich bedankte.

Worum geht es bei Slow Food?

Slow Food geht davon aus, dass eine gesunde Ernährung nicht nur gut für unseren Körper ist, speziell den Magen-Darmtrakt, sondern genauso für das seelische Wohlbefinden. Vor allem wird darauf verwiesen, dass der übliche Hunger sowie das Sättigungsgefühl derart bewusster wahrgenommen werden. Daneben geht man davon aus, dass bei schnellem Essen zwar das Hungergefühl gestillt wird, aber dafür dem Körper ein Übermaß an Kalorien zugeführt wird, während der Essensgenuss in den Hintergrund tritt. Kurz: Slow Food setzt ganz bewusst auf Genuss und Geschmack.

Slowfood wird Fastfood wahrscheinlich nie ablösen, wohl aber mit größter Wahrscheinlichkeit immer bedeutender werden. Heute zählt die geschützte Marke etwa 80.000 Mitglieder weltweit, in 150 Ländern, 75 Prozent davon in Europa.

Die zentrale Idee: „Gute Lebensmittel“

Slow Food ist nicht mit der aus dem Buddhismus kommenden Achtsamkeitsbewegung zu verwechseln, wenn auch letztere wahrscheinlich die Ziele von Slow Food begrüßen würde. Insofern fordert Slow Food auch keine neue Zeremonie rund ums Essen, sondern konzentriert sich auf die zugrundeliegenden Lebensmittel. Propagiert wird der Lebensmittelbezug von regionalen Produzenten, während Massentierhaltung wie auch Gentechnik abgelehnt werden. Zudem spricht sich Slow Food für biologische Produkte aus, welche bei typisch regionaler Zubereitung bereits von alleine für ein bewusstes Genießen der Mahlzeiten sorgen sollen. Darüber hinaus wird es begrüßt, wenn im eigenen Garten oder Schrebergarten heimisches Gemüse wie etwa Karotten, Salat oder Erbsen angepflanzt und geerntet werden.

Slow Food in Deutschland

Zahlreiche Veranstaltungen zum Thema beweisen, wie sehr sich die Slow Food Bewegung bereits in unseren Gefilden etabliert hat. Zum Beispiel findet in Stuttgart bereits seit 2007 zu diesem Thema eine eigene Messe statt. Daneben ist auf den größeren Messen wie “Internorga” oder „Grüne Woche“ das Thema Slow Food mittlerweile ein etablierter Bestandteil. Tendenz steigend.

Weitere Informationen unter http://www.slowfood.de/ mit regelmäßigen Veranstaltungstipps in der eigenen Region.

Autor: Michael A. Mainka

Er ist der kreative Kopf hinter der Agentur MAINKA. Ihn zeichnet sein umfassendes Know-how über wichtige Werbebereiche wie auch neue Social-Media-Technologien aus. Daneben interessieren ihn gastronomische Trends.

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