Gin – ein Dauertrend durch steten Wandel

Besondere Gins schmecken nicht nur nach Wacholder, sie bringen zusätzlich etwas mit, das nicht ganz der Norm entspricht, einen Überraschungsfaktor im Glas. Der Reiz des Gins liegt in der enorm vielfältigen Auswahl an Sorten. Und die geradezu unerschöpfliche Variationsmöglichkeit der Aromen befeuert diesen Getränketrend immer wieder aufs Neue.

Photo by Louis Hans on unsplash

Besondere Gins schmecken nicht nur nach Wacholder, sie bringen zusätzlich etwas mit, das nicht ganz der Norm entspricht, einen Überraschungsfaktor im Glas. Der Reiz des Gins liegt in der enorm vielfältigen Auswahl an Sorten. Und die geradezu unerschöpfliche Variationsmöglichkeit der Aromen befeuert diesen Getränketrend immer wieder aufs Neue.

Dabei hat Gin wie viele Spirituosen seinen Ursprung in der Herstellung von Medizin. Bereits in frühen Jahrhunderten wurde Alkohol für die Medizinproduktion destilliert. Als Erfinder des Gins gilt ein holländischer Arzt namens „Franciscus Sylvius de la Boe“, dieser stellte im 16. Jahrhundert einen Wacholderschnaps mit dem Namen Genever (holländisch: Wacholder) her.

Was aber macht Gin so beliebt und warum trinken gerade auch junge Menschen das Kultgetränk so gern?

Gin gilt inzwischen als hipp, ein Gin-Tasting ist gerade auch für jüngere Leute ein cooles, geselliges Erlebnis. Das liegt daran, dass sich die Gin-Kultur gewandelt hat. Der intensive Wacholder-Geschmack tritt häufiger in den Hintergrund und der Geschmack wird durch angenehme Aromen abgerundet und variiert. Auch die Optik der Gin-Präsentation hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Gin macht durch dekorative Gebinde auf sich aufmerksam, in denen er die Bars dieser Welt schmückt und den Gast schon durch sein Erscheinungsbild anspricht.

Was macht einen guten Gin eigentlich aus?

Die typische Wacholdernote ist zwar ein eindeutiges Merkmal des Gins, seinen individuellen Geschmack erhält er aber aufgrund der Aromen, die dem Alkohol während der Destillation zugefügt werden. Mehr als 100 weitere pflanzliche Zutaten, sogenannte Botanicals, stehen zur Verfügung, um jeder einzelnen Gin-Sorte ihre ganz besondere Note zu geben.

Ein Klassiker bleibt dabei nach wie vor die Symbiose aus Tonicwater und Gin, der Gin Tonic, der in hunderten Bars Abend für Abend über den Tresen geht. Die würzige Gin-Note dämpft die Bitterkeit des Tonicwaters, die Kohlensäure tut ihr übriges und macht den Gin Tonic zu einem raffinierten und leicht zu mixenden Longdrink und einem wunderbaren Fresh-Up für laue Sommerabende.

Neue Gins nutzen Storytelling und das Spiel mit der Inszenierung

Moderne Gin-Geschmacksnoten stehen inzwischen der Beschreibung und Charakterisierung von guten Weinen in nichts nach: „holzig, herb, mediterran, süß mit Nuancen von Lavendel, Orange und Kräutern“, „weich und mild mit Nuancen aus Wacholder, Zitronen, Lakritz und Zimt“ oder „exotisch, erfrischend und fruchtig mit Nuancen aus Ingwer und Rhabarber“. So lesen sich Beschreibungen verschiedener Gins.

Dazu kommt das Spiel mit der Farbe, denn je nach Sorte ist der Gin nicht nur klar, sondern von Blau über Orange, Rosa bis hin zu intensiv Rot ist alles möglich. Die Marke „The Illusionist“ wechselt beim Mischen mit Tonicwater sogar die Farbe von Blau zu Rosa. Dabei ist das Getränk zu 100% biologisch, der Farbwechsel-Effekt wird auf natürliche Weise über den Zusatz einer geheim gehaltenen Blüte erreicht.

Und nicht zuletzt erzählen besondere Sorten auch eine eigene Geschichte: Der Gin „Brombyrina“ gibt beispielsweise an, von der überwältigenden Farbenpracht der Seidenstraße und ihren betörenden Düften inspiriert zu sein. „Fabelhaft Gin“, kreiert vom Weinmacher Dirk Niepoort, schafft mit seinen neun Botanicals Wacholder, Zistrose, Zitrone, Kardamom, Limette, Rosmarin, Tee, Koriander und Orange eine Verbindung zu den Niepoort Weinbergen im Duoro-Tal in Portugal und verleihen dem Gin seinen ganz eigenen Geschmack und Stil. Dieses Erzählen einer Geschichte verleiht dem Gin-Genuss etwas Besonderes und schafft für den Genießer eine schöne Atmosphäre.

Wie trinkt man Gin pur?

Es gibt zahlreiche Momente, bei dem der Purgenuss von Gin die beste Wahl ist. Beim Gin-Tasting, bei der Gin-Probe vor dem Kauf oder bei der Kombination mit Speisen. Eine Destillerie, die ihren Gin mit Leidenschaft und Handwerk produziert, stellt ein kleines Kunstwerk her: ein Destillat mit Nuancen, Aromen und ausgefallener Textur. Um das Maximum an Bouquet und Mundgefühl herauszuholen, sollte das Glas aus hochwertigem Material sein, einen Stiel und einen Boden haben, der breiter ist, als die Öffnung. Ein Glas mit diesen Eigenschaften zielt genau auf die Nase und bringt so die Aromen exakt dorthin, wo man sie am besten wahrnehmen und entdecken kann.

Aber das Aromenspiel im Trinkerlebnis ist nicht nur eine Frage des Glases, sondern auch der richtigen Temperatur. Ein bis zwei Grad wärmer können einen Gin bereits zu einem gänzlich anderen Destillat machen. Trinkt man seinen Gin zu warm, nimmt seine alkoholische Schärfe zu. Und das stört letztlich den Genuss. Bei den meisten Gin-Sorten entwickelt sich das Aroma am besten, wenn man ihn bei einer Temperatur von 18 Grad Celsius genießt.

Auch die Dekoration kann das Geschmackserlebnis unterstützen

Was bei vielen Cocktails lediglich der Ästhetik dient, kann der Aromatik eines Gin Tonic das kleine Extra verleihen. Denn Rosmarin-Zweige, Orangen-Zesten oder Pfeffer-Körner sehen in diesem Drink nicht nur hübsch aus, sie ergänzen auch seine Aromen. Für die Qualität des Drinks kann daher die Wahl der passenden Dekoration entscheidend sein.

Fazit

Gin, dieser vielseitige Wachholderschnaps, ist nach wie vor ein Verkaufsrenner – das gilt sowohl für die bekannten Standard-Gins wie auch zunehmend für Premium-Produkte oberhalb von 20 Euro. Die Liste deutscher Gins ist inzwischen lang. Angesprochen werden die Fans dieses Getränkes durch außergewöhnliche Aromen und spannende Geschichten. Gefragt sind Authentizität und Abwechslung in den Zutaten.

Beliebt für den Sommer: Zitrusaromen, sie verleihen dem Gin eine frische, mediterrane Note. Herbere Aromen geben ihm zusätzliche Tiefe, was bei einem guten Gin Tonic absolut gefragt ist. Aber auch ein Schluck reinen Gins kann den Genießer mit seiner Vielschichtigkeit überzeugen – entweder ganz pur oder mit einem Eiswürfel im Glas.

Autor: Manfred Troike

Inhaber von LEINENLOS, Blog über Menschen, Ideen und Trends in der Gastronomie. Mich faszinieren die Abläufe in Gastronomiebetrieben, die Schnittstelle zwischen Gast und Personal. Es ist der Kontakt mit sehr unterschiedlichen Menschen, der mich jeden  Tag wieder neugierig macht.

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