Restaurantbetrieb um Lieferservice ergänzen – lohnt sich das?

Der Markt für Lebensmittel-Lieferanten wächst rasant. Immer mehr Menschen lassen sich Essen nach Hause bringen. Für Restaurants und Gastronomie-Unternehmer ist das Herausforderung und Chance zugleich.

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Die Marktzahlen sprechen für sich

Nach aktuellen Auswertungen von Statista wird der Umsatz im Segment „Online Takeaway“ in Deutschland in diesem Jahr etwa 2.411 Mio. € betragen. Laut Prognose wird im Jahr 2021 ein Marktvolumen von 6.132 Mio. € erreicht. Das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 18,5%.

Berücksichtigt sind in diesen Zahlen drei Kategorien von Lieferdiensten:

  • Online-Dienste, die nur eine Plattform bereitstellen (die Restaurants müssen den Lieferservice dazu selbst auf die Beine stellen)
  • Online-Bestellung von Speisen für Selbstabholer
  • Online bestellte Mahlzeiten bei Lieferdiensten mit eigener Auslieferung

Nicht dazu gezählt wurden Telefonbestellungen und unzubereitet gelieferte Lebensmittel.

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Gastronomen, auch aus dem gehobenen Segment, in diesem Marktsegment Fuß fassen und auch Lieferungen anbieten möchten.

Reine Vermittlungsportale oder Lieferservice-Komplettanbieter

Vermittlungsplattformen nehmen Bestellungen von Kunden auf und leiten sie zu den Restaurants weiter, die den Auftrag bearbeiten. Das Provisionsziel dieser Plattformen liegt bei 10% bis 15%.

Lieferservice-Anbieter verfügen  dagegen über ein eigenes Logistik-Netzwerk. Der große Vorteil: Der gesamte Bestell- und Auslieferungsablauf für Restaurants wird übernommen. Das geht von der digitalen Speisekarte über den Auftragseingang per App bis zur Auslieferung mit bereitgestellten Fahrern. Dafür streben die Dienstleister ein Provisionsziel von 30 % an und verlangen vom Kunden eine Pauschale.

Das Lieferservice-Angebot mit vollumfänglicher Logistik ist für Restaurants sehr interessant. Das starke Wachstum in diesem Bereich führt bisher zu einer Win-Win-Situation sowohl für die Lieferdienste als auch für deren Partner-Restaurants: Nach durchschnittlichen Angaben erhöht sich der Umsatz der Restaurants durch die Lieferservice-Ergänzung um 20 bis 30%. Dem Lieferanten beschert es satte Provisionen.

Lieferservice und Restaurant-Alltag

Die Frage, mit welchem Ansatz ein Gastronom sein Restaurant mit einem  Lieferservice verbindet, hängt von der individuellen Situation ab.

Durch Zusammenarbeit mit einer Vermittlungsplattform für Essenslieferungen kann ein Gastronom seinen Restaurantbetrieb auf vergleichsweise einfache Weise mit einem Lieferservice verbinden. Diese Vermittlungsplattformen sind im Grunde nichts anderes als Suchmaschinen für Essen. Geht der Gastronom dieses Geschäft geschickt an, ist die Wertschöpfung beim gelieferten Essen sogar höher als im Restaurant und die Kosten geringer.

Die eigentliche Herausforderung bei der Lieferung liegt in der Frische. Das macht die Logistik komplex und treibt die Kosten in die Höhe. Deshalb beginnen manche Restaurants ihren Lieferservice zunächst mit speziellen Produkten, deren Versand einfacher zu handhaben ist. Und sie liefern gewöhnlich nur in engem Radius aus.

Sollen aufwändigere und hochwertigere Gerichte geliefert werden, so erfordert das einiges an Erfahrung. Nicht jedes Gericht ist für die Lieferung geeignet. Eine sorgfältige Auswahl bei der Zusammenstellung der Speisekarte für Liefergerichte ist notwendig.

Premium-Lieferdienste erweitern das Angebot für Restaurants und Kunden

Interessant ist der Aufschwung von Premium-Lieferdiensten. Sie zielen auf Restaurants mit hochwertigen Speisen und bieten nicht nur eine Plattform für den Bestellvorgang, sondern stellen selbst die dafür notwendige komplexe Lieferlogistik. Damit können auch gehobene Restaurants ihren Kundenkreis erweitern und dabei ganz auf die Erfahrung der Dienstleister setzen. Eine deutliche Erweiterung des regionalen Radius ist möglich. Daneben partizipiert der Restaurant-Betrieb von den beachtlichen Werbeaufwendungen der Dienstleister, von der Außenwerbung bis hin zum Fernsehen. Die Provisionen für diese Services sind allerdings auch entsprechend hoch und müssen bei der Preisgestaltung der Liefergerichte in geeigneter Weise berücksichtigt werden.

Worauf sollten Gastronomen in der Zusammenarbeit mit Lieferdiensten achten?

  1. Ansatz prüfen:

    Macht ein externer Lieferdienst für das eigene Gastronomie-Konzept Sinn? Kann dadurch zusätzlicher Umsatz generiert werden und ist der eigene Betrieb in der Lage, diese zusätzlichen Mengen auch zu schaffen?

  2. Selbstbewusst verhandeln:

    Oft werden Provisionen von 30% verlangt. Je bekannter und anziehender das Gastronomie-Angebot ist, desto besser die Position für den Gastronomen.  Zusicherung von Exklusivität kann zusätzlich helfen.

  3. Serviceleistungen und Marketing des Anbieters prüfen:

    Bietet der Dienstleister Werbeflächen an? Wie etabliert ist sein Online-Marketing? Steuert er Fotos oder sogar Videos bei?

  4. Speisen für den Außer-Haus-Verkauf auswählen:

    Es muss sorgfältig bedacht werden, welche Speisen und Gerichte sich für den Lieferweg und den Genuss außerhalb des Restaurants eignen, ohne dabei einen Qualitätsverlust zu erleiden.

  5. Qualität bei Auslieferung prüfen:

    Man sollte regelmäßig prüfen, was beim Kunden ankommt. Ist die Verpackung in Ordnung? Kommt die Ware heiß und in ansprechender Präsentation am Ziel an?

  6. Lieferung für die eigene Werbung nutzen:

    Eine Visitenkarte in der Liefertüte, ein hausgemachtes kleines Extra oder auch ein handgeschriebenes „Dankeschön“ wirken für sich und erzeugen Bindung.

Fazit: Abwägen, Ausprobieren und Selektieren – dann kann Food Delivery zu einem Umsatzbringer mit Image-Gewinn für einen Restaurantbetrieb werden.

Autor: Manfred Troike

Inhaber von LEINENLOS, Blog über Menschen, Ideen und Trends in der Gastronomie. Mich faszinieren die Abläufe in Gastronomiebetrieben, die Schnittstelle zwischen Gast und Personal. Es ist der Kontakt mit sehr unterschiedlichen Menschen, der mich jeden  Tag wieder neugierig macht.

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