Grüne Gastronomie

Pflanzen in der Gastronomie können ein gewinnbringendes Highlight sein – vorausgesetzt sie sind top gepflegt und passen zum Gastrokonzept und zur Corporate Identity.

Photo by Quentin Lagache on Unsplash

Ausgewachsener Greenery-Trend

Die Rede ist allerdings nicht von einem halben Dutzend willenlos verteilter Palmen oder Sukkulenten, sondern von einem gut durchdachten Gestaltungskonzept, in welchem die Farbe Grün die Hauptrolle spielt. Tatsächlich hat sich aus der Wahl der Farbe „Greenery“ zur Pantone-Farbe des Jahres 2017 ein Dekotrend gleichen Namens entwickelt, welcher dazu geführt hat, dass Gastronomen, Hoteliers und auch Privatpersonen ihre Räume dem frischen Grüngelb geöffnet haben. Und zwar nicht selten nach der Devise „nicht kleckern, sondern klotzen“. So sprießt es in mancher Neueröffnung nur so von Decken, Wänden und aus riesigen Kübeln, dass das derart gut getarnte Servicepersonal erst einmal geortet werden muss.

Blickfänge mit Mission

Neben der Bereicherung des Ambiente um Vitalität und Frische haben die grünen Blickfänge noch diverse praktische „Nebeneffekte“. So können Pflanzen im Innenraumbereich als natürliche Schalldämmer funktionieren und mit ihren luftreinigenden Eigenschaften zudem noch das Raumklima verbessern. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle als Raumteiler – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Dennoch sollte pflanzliche Deko weder Servicepersonal noch Gästen im Weg sein. Vor diesem Hintergrund ist bereits im Vorweg das pflanzliche Wachstumspotential zu beachten.

Grüne Daumen

Damit Pflanzen drinnen wie draußen echte Hingucker darstellen und ihre jeweiligen Funktionen erfüllen können, müssen sie das ganze Jahr über top aussehen. Und pflegeleicht sollten sie sein: Idealerweise benötigen sie nur wenig Wasser, Dünger und Aufmerksamkeit. Aufgrund der strengen Hygienevorschriften sollten sie auch nahezu schädlingsfrei bleiben, beziehungsweise etwaiger Befall muss biologisch und unauffällig bekämpft werden können. Doch selbst bei pflegeleichten Pflanzenarten ist der Pflegeaufwand nicht zu unterschätzen: Selbst die genügsamsten Pflanzen müssen gelegentlich gegossen, abgestaubt sowie von alten Pflanzenteilen befreit werden. Ab einer gewissen Größenordnung lohnt sich eventuell schon die Installation einer vollautomatischen Pflanzenbewässerung.

Professionelle Unterstützung

Die Beachtung all dieser Punkte macht die konkrete Auswahl geeigneter Pflanzen nicht wirklich leicht, zumal insbesondere große Pflanzen oder gar Bäume schon ein kleines Vermögen kosten können. Deshalb sollte in jedem Falle auf gute Qualität geachtet werden. All dies führt schließlich oft dazu, dass sich viele Gastronomen für die fachgerechte Begrünung von Innenräumen und Terrassenbereichen professionelle Unterstützung holen. Dies können Floristen oder auch spezialisierte Gastronomie-Ausstatter sein – manche von ihnen bieten sogar einen Überwinterungsservice für Außenbereich-Pflanzen an. Für Pop-up-Restaurants oder zeitliche begrenzte Deko-Aktionen können pflanzliche Komplettlösungen aber auch bei Eventausstattern gemietet werden.

Vertikale Gärten

Ein beliebter Greenery-Trend ist und bleibt der vertikale Garten. Ursprünglich vom Tropenbotaniker Patrick Blanc für urbane Außenfassaden erdacht, zieren die „Living Walls“ mittlerweile auch unzählige Innenwände. Entweder als Komplettbedeckung auf einem Unterbau aus Pflanzenvlies oder als partielle Bepflanzung mit Hilfe von Pflanzkästen oder- taschen. Robuste Farne, Philodendron-Arten, Kletterfeige oder Monstera sind dafür eine gute Wahl. Bei hohen Decken bieten sich auch von dort herabhängende Topfgefäße an. Wem das zu viel Leben in die Bude bringt, der kann aus Hygienegründen dabei auch auf künstliche Pflanzen oder konserviertes Moos zurückgreifen.

Konserviertes Grün

Generell eigenen sich konservierte Pflanzen gut für die Dekoration gastronomischer Betriebe, da sie weder ein Eigenleben aufweisen, noch Pflege oder Licht benötigen. Durch ein Stabilisierungsverfahren bewahren Blumen und Pflanzen ihre natürliche Schönheit – allerdings nicht auf ewig, sondern nur für mehrere Monate. Sogar kleine Bäume wie Eukalyptus, Cupressus Thuja oder Pittosporum können konserviert werden.

Verglastes Grün

Auch Gewächsschränke für die Anzucht von Salaten, Kräutern oder Blattgemüse sind eine probate und politisch korrekte Option zur Restaurant-Begrünung. Stilvoll designte Pflanzschränke müssen sich nicht in der Küche verstecken und sorgen dafür, dass Gastronomen mit dem Vertical-Farming-Konzept doppelt punkten können.

Qual der Wahl

Wer sein Restaurant oder seine Bar indoor lieber mit klassischen Topf- oder Kübelpflanzen verschönern möchte, kann auf verschiedene genügsame Pflanzenarten zurückgreifen. Den Inbegriff an Robustheit stellt hierbei wohl die dekorative Schusterpalme dar: Sie braucht nicht viel Wasser oder Licht und steckt sogar Zugluft sowieTemperaturänderungen locker weg. Ziergräser punkten ebenfalls mit schöner Optik und wenig Pflegeaufwand und kommen auch mit wenig Licht aus. Dasselbe gilt für Kakteen, Sukkulenten, Bogenhanf, Strahlen- oder Fiederaralien. Für hellere Innenräume eigenen sich pflegeleichte Schönheiten wie Birgenfeige, Kolbenfaden oder Zierspargel gut. Staunässe und Zugluft sollten bei fast allen Arten vermieden werden und im Indoorbereich besser auf hygienische und geruchslose Hydrokulturen als Alternative zur Blumenerde zurückgegriffen werden.

Outdoor-Blickfänge und Sichtschutz

Auch in der Außengastronomie fungieren Pflanzen als Blickfang und schaffen eine frische, einladende Atmosphäre. Auf Gehwegen und Terrassen dienen sie als Abgrenzung zu Straßen oder Nachbar-Gastronomien sowie zur Abtrennung einzelner Sitzbereiche. Auf der Beliebtheitsskala für Sichtschutz scheint Bambus bei deutschen Gastronomen ganz hoch oben zu stehen. Als immergrüne, winterharte Kübelbepflanzung ist Schirmbambus gut geeignet. Allerdings reagiert Bambus generell beleidigt auf zu viel Wind und Sonne. Weniger exotisch, aber dafür umso robuster, sind die Blickschützer Kirschlorbeer oder Buchsbaum. Zum Beranken von Trennwänden, Spalieren oder Häuserwänden eignen sich Wein und Efeu, letzterer bleibt sogar im Winter grün. Palmen, Oleander, Oliven- und Zitronenbäume verbreiten mediterranes Flair, verlangen aber nach einem kuscheligen Ort zum Überwintern.

Autor: Kirsten Schwieger

Sie liebt es, in der Küche zu improvisieren, was sich beim Backen allerdings manchmal übel rächt. Die Hamburgerin aus Vorsatz ist ein großer Fan der vegetarischen Küche und von Desserts mit viiiieeel Schokolade.

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