Gastronomische Wege durch die Krise – Ein Interview mit Kühners Landhaus

Bereits im Frühjahr 2020 stand die Gastronomie vor großen Herausforderungen. Lies hier, welche Erfahrungen und Strategien Dir beim zweiten Lockdown helfen können.

Das Kühners Landhaus in Kissing steht für moderne bayrische Küche und ist zugleich ein Familienunternehmen. Andreas Kühner führt das Restaurant, welches bereits gestalterisch alte Tradition mit modernen Elementen verbindet. In unserem Interview geht er auf seine Erfahrungen im Lockdown im Frühjahr 2020 ein und erläutert dazu die eigene Philosophie.

Herr Andreas Kühner, sind Sie ein Optimist oder Pessimist?

Ich bin Optimist. Und das hat sich auch Zeit meines Lebens bewährt. Ich und ebenso die Menschen um mich herum versuchen immer das Beste aus der Situation zu machen.

Wie kann man mit drei Sätzen das Kühners Landhaus beschreiben?

Wir kochen regional, kennen unsere Lieferanten aus der Umgebung und wir denken über den berühmten Tellerrand hinaus. Vor allem bieten wir eine hochwertige bayrische Küche und zugleich eine moderne. Wichtig ist uns die Freude und der Spaß bei der Arbeit und damit eben auch am Herd. Wir bieten sozusagen eine Küche zum Anfassen.

Einen Lockdown hatte zuvor noch niemand erlebt. Wie waren Ihre Erfahrungen?

Um ehrlich zu sein, war es erschreckend, wie das Virus aus China über Italien immer näher rückte. Dann war der Lockdown da und es war ein Schock. Uns war klar, dass wir in der nachfolgenden Woche nicht mehr öffnen würden. Das war halt so. Ich will unser Verhalten in den ersten Stunden nicht mutiger darstellen, als es tatsächlich war. Aber es kam anders, denn wir hatten keinen einzigen Tag wirklich richtig geschlossen, da sich unsere Stammkunden sofort meldeten. „Wir halten zu euch“, das hörten wir da öfters und es war bewegend.

Was war Ihre erste Strategie?

Eine Strategie mussten wir gar nicht entwickeln, denn diese entwickelte sich wie von selbst. Unsere Kunden standen ja vor der Tür oder meldeten sich telefonisch. Diesen mussten wir nun etwas anbieten. Das waren vor allem Fertiggerichte, die wir eigens für diese kreierten – und welche dann selbst abgeholt wurden, um anschließend in der heimischen Küche erwärmt zu werden. Daraus entwickelte sich ein florierender Online-Shop, der es uns ermöglichte, alle Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückzuholen. Hierbei verkauften wir ebenfalls online solche Fertiggerichte, welche dann nur noch zuhause erhitzt werden mussten. Zum anderen hatten wir auch bald eine reduzierte Speisekarte für den Restaurantbereich. Na gut, das alles geschah nicht alles auf einmal, aber Schritt für Schritt.

Die Kommunikation beziehungsweise Werbung oder Bekanntmachung unserer Angebote geschah zu Beginn von den Kunden durch sogenannte Mundpropaganda selbst. Recht schnell wiesen wir dann aber mit Plakaten, der eigenen Internetseite sowie unserer Facebook-Seite kontinuierlich darauf hin.

Gab es ein unerwartetes Hindernis?

Es mag überraschen, aber bis auf den anfänglichen Schock lief alles wie am Schnürchen. Daher war zwar die Krise neu und so nicht vorgesehen, aber alles funktionierte halt. Selbst die Sache mit der Kurzarbeit eines Großteils unserer Mitarbeitet wurde reibungslos bearbeitet. Das einzige Hindernis war sozusagen die Krise selbst.

Haben Sie einen psychologischen Trick, der Ihnen hilft, die eigene Situation positiv zu sehen?

Tatsächlich habe ich eine Art innere Richtschnur, nach der ich handle und Situationen bewerte. Daher fängt alles damit an, selbstverantwortlich zu handeln. Egal was passiert, ich trage die ganze Verantwortung und versuche so schnell wie möglich Probleme zu lösen. Dabei vermeide ich es tunlichst, jemand anderem die Schuld zuzuschieben. Auf diese Art und Weise lebt es sich übrigens am besten, denn durch diskutieren und lamentieren verschwinden Probleme in der Regel nicht wirklich.

Was wäre Ihr Tipp für die gesamte Gastronomie in Deutschland?

Viele verlieren sich in einer dunkelgrauen Lethargie. Subventionen vom Staat sind zwar gut, aber irgendwann sind diese halt endlich. Sich selbst helfen, das ist der mit Abstand wichtigste Tipp.

Was sollte man möglicherweise von behördlicher Seite verbessern?

Wie schon gesagt, da gab es wirklich nichts, aber auch gar nichts zu meckern. Alles war vernünftig, lief reibungslos und schnell ab.

Wie ist der Plan für die eigene Zukunft?

Wir werden alles tun, damit das Arbeitsumfeld noch angenehmer wird, dass wir als Team noch mehr Spaß bei der Arbeit haben und natürlich soll sich diese Freude auch auf unsere Kunden übertragen. Solche Vorgaben für die Zukunft mögen den einen oder anderen verwundern, aber wir sind nun einmal nicht an Expansion interessiert, sondern sind ein Familienunternehmen, welches das auch bleiben will.

Gibt es etwas, was Sie durch die Krise gelernt haben. Wirtschaftlich zum einen und menschlich zum anderen?

Die anfangs geschilderte Solidarität hat uns zutiefst überrascht. Mich hat dieser Zusammenhalt sozusagen vom Hocker gehauen. Die Lage damals, unsere Situation, all das ist unseren Gästen ans Herz gegangen – und sie haben uns dies im positiven Sinne spüren lassen. Das hat uns tief berührt. Als Familienunternehmen haben wir zudem gelernt, dass unsere Gäste uns tatsächlich als Familie wahrnehmen und dass sie alles genauso wollen, wie wir es machen. Darauf können wir uns auch in Zukunft verlassen. Das ist etwas Besonderes.

Mehr Infos zu Kühners Landhaus findest Du hier.

Autor: Michael A. Mainka

Er ist der kreative Kopf hinter der Agentur MAINKA. Ihn zeichnet sein umfassendes Know-how über wichtige Werbebereiche wie auch neue Social-Media-Technologien aus. Daneben interessieren ihn gastronomische Trends.

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