Die Dating Bar – ein Raum mit vielen Möglichkeiten 

Jeder kennt das Problem, kaum einer spricht darüber: Was machen beim ersten Date? Da ein Kinobesuch jedoch kaum zu einer Unterhaltung führt, sind Bar oder Café noch immer die Klassiker. Wie kann ein Gastronom hier optimal der immer größer werdenden Zielgruppe perfekt entgegenkommen?

Die-Dating-Bar
Von 5PH/shutterstock.com

Während in ländlichen Gebieten Bars und Kneipen nicht gerade wie das Getreide nach einem lauen Aprilregen aus dem Boden schießen, hat sich im großstädtischen Raum ein ganz anderes Szenario aufgebaut. Der Treffpunkt „Bar“ ist nicht mehr solistisch besetzt, es gibt reichlich Konkurrenz in den Ballungszentren. Gut für den verwöhnten Gast, denn er hat nicht die Qual der Wahl, sondern kann sich über allerlei Abwechslung im Glas und über kreatives Drumherum freuen. Hier liegt aber auch der Finger auf der Wunde: Wie kann sich ein Gastronom immer wieder neu erfinden, um konkurrenzfähig zu bleiben? Gute Drinks mit erlesenen Zutaten sind längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Und in jeder renommierten Bar beherrscht der Herr über Shaker, Jigger und Barlöffel sein Handwerk und weiß, wie er sein Publikum begeistern kann. Der traditionsbewusste Thekengast wird „seinem“ Drink nicht untreu werden, ganz gleich, wo er ihn genießt – ihm geht es um Kontinuität und gleichbleibende Qualität. Ein anderer Barbesucher ist auf der Suche nach dem ultimativen Kick und will seine Geschmacksknospen durch immer neue Kreationen reizen. Auch wenn es einige Stars unter den Bartendern gibt, in der Regel ist der Mann hinter der Theke ein Profi und kein „Lockvogel“. Er wird auch den extravaganten Thekenbelagerer auf seine Seite bringen können. Also gilt es, neue Felder zu erkunden und Konzepte zu sichten, damit die Gästeszene laut und überzeugend das Prädikat „angesagt“ verleiht.

Der Offline-Treffpunkt mit dem Online-Treffer

Ganz gleich, ob jemand Kontakte in der Umgebung per App sucht und ein „Wischer“ nach rechts oder links über Match oder Flop entscheidet, oder ob man den „Partner mit Niveau“ auf einem der bekannten Portale erspäht – viele Singles vertrauen heute auf eine erfolgreiche Online-Partnersuche. Spätestens dann, wenn sich ein Treffer abzeichnet, sieht man sich jedoch einem kleinen Dilemma gegenüber: Wo verabredet man sich mit jemandem, den man noch nie live gesehen hat? Das „erste Mal“ kann schließlich ein Meilenstein auf dem Weg ins Glück sein. Oder das Gegenteil – man will nichts riskieren. Möchte man sich mit seinem Date dezent-ungestört zurückziehen, um sich kennenzulernen, oder zieht man für einen ersten Offline-Flirtversuch die unverfängliche, gut frequentierte Theke vor?
Darauf kann eine Bar, die sich von der Konkurrenz abheben will, eine Antwort finden, ohne große Investitionen zu tätigen. Eine „Dating-Ecke“ muss ja kein Separee sein, doch wer es ruhig angehen lassen will, wird sich darüber freuen, dass es gemütliche Ecken gibt, die etwas mehr Intimsphäre zulassen als der übrige Barbetrieb. Wer möchte sich beim „Anbandeln“ schon gerne vom Nachbartisch belauschen lassen oder durch eine gesellige und fröhliche Runde aus dem Konzept bringen lassen? Auch wenn das Date nicht zum gewünschten Erfolg führt – man wird sich an das Wohlfühlambiente erinnern und die „Ecke“ weiterempfehlen oder einfach mit dem oder der „Richtigen“ wiederkommen.
Aber auch die Theke lässt sich aufpeppen – vielleicht mit ein paar Doppelsitzern statt einzelner Barhocker? Wer sich an seine Begleitung lieber weniger intim und in geselliger Atmosphäre herantastet, kann bei Sympathie oder mehr ja gerne ein wenig näherrücken.

Full House mit Speeddating?

Eine Speeddating-Veranstaltung taugt vielleicht nicht fürs Alltagsgeschäft, könnte die Bar, die turnusmäßig solche Treffen organisiert, aber durchaus herausheben aus der Schar der Mitbewerber.
Auch wenn nicht jedes am Bartischchen ausgetragene 5-Minuten-Duell erfolgsbehaftet sein wird, das Lokal empfiehlt sich mit Drinks und Knabbereien für Leib, Seele und Nerven und verbucht Werbung in eigener Sache. Wer die organisatorischen Hürden scheut, kann sich mit Veranstaltern solcher Events zusammentun. Ob daraus eine Eintagsfliege wird oder eine lohnende Kooperation entsteht, wird auf beide Partner ankommen. Ein Lokal, das es versteht, sich auf Speeddatings einzustellen und einzulassen, wird davon auch profitieren können.

Bar-Hopping contra Speeddating?

Wer Kontakt sucht, aber eine Speeddating-Anmeldung scheut, weil er fürchtet, sich in einer 1-1-Situation wie das Kaninchen vor der Schlange wiederzufinden oder weil er mit dem Zeitdruck nicht zurechtkommt, wird sich vielleicht für sie neue Art von Offline-Flirt beim Face-to-Face-Dating begeistern können. Die Anmeldung zu einem solchen Event verspricht Ungezwungenheit und Unterhaltung: Pro Abend sind drei Treffen nacheinander in drei verschiedenen Bars geplant, die möglichst zu Fuß zu erreichen sind. Bei jedem Barbesuch werden die Gruppen neu konfiguriert. In eineinhalb Stunden und in kleiner Runde hat der Teilnehmer nun Zeit und Gelegenheit, die restlichen Kandidaten auf Herz und Nieren zu testen und vielleicht sogar einen Favoriten bzw. eine Favoritin zu finden, für den oder die er beim Abschlusstreffen ein positives Voting abgeben kann. Als Sahnehäubchen folgt ein vom Veranstalter arrangiertes Rendezvous. Auch wenn sich „the one and only“ bei diesem Event nicht herauskristallisiert hat – ein netter, geselliger Abend ist die Belohnung für den Versuch.
Der Barbetreiber, der sich an einer Veranstaltung dieser Art beteiligt, muss sich den Erfolg zwar mit zwei Mitbewerbern teilen, doch er hat auch die Möglichkeit, sich von seiner besten Seite zu präsentieren und auch für die Zukunft eine Duftmarke zu setzen. Schließlich bleibt es ihm überlassen, wie er die kontaktwilligen Gäste in Stimmung bringt, bei Laune hält und motiviert, sich auch später einmal als Gast an seine Theke zu setzen.

Fazit

Die Möglichkeit, sich auf weiteres Standbein zu stellen, indem man seine Tore turnusmäßig für Events wie Speeddating oder Face-to-Face-Events öffnet, sollte ein Gastronom nicht außer Acht lassen. Wenn das Ambiente passt, lassen sich so neue Gäste auch außerhalb dieser Events gewinnen. Auch Stammgäste profitieren davon, zwischen verschiedenen Bereichen wählen zu können: intime Ecken für den kleinen Flirt oder die große Liebe und daneben Raum für geselligen Runden mit Freunden und Bekannten – und empfehlen das gerne weiter.

Autor: Julian Engels

“But why is the rum gone?!” Kulinarisch in der Karibik hängengeblieben.

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