
E-Rechnungspflicht: Was jetzt auf die Gastronomie zukommt
Digitalisierung ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag in vielen Betrieben. Bestellungen laufen online, Warenwirtschaftssysteme sind vernetzt und Rechnungen werden zunehmend digital verarbeitet. Mit der Einführung der E‑Rechnungspflicht geht Deutschland nun den nächsten Schritt.
Was zunächst nach einem reinen Buchhaltungsthema klingt, wird für die gesamte Branche relevant – auch für Gastronomiebetriebe jeder Größe.

Was ist eigentlich eine E‑Rechnung?
Eine E‑Rechnung ist mehr als eine Rechnung per E‑Mail. Ein PDF zählt künftig nicht mehr als elektronische Rechnung. Entscheidend ist ein strukturierter Datensatz, der automatisch von Software gelesen und verarbeitet werden kann.
Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD sorgen dafür, dass Rechnungsdaten direkt in Buchhaltungssysteme übernommen werden können. Der manuelle Zwischenschritt – etwa das Abtippen von Rechnungen – entfällt.
Der Gesetzgeber verfolgt damit ein klares Ziel: Rechnungsprozesse standardisieren, Abläufe digitalisieren und steuerliche Prozesse transparenter machen.
Die wichtigsten Schritte im Überblick
Die E‑Rechnungspflicht wird schrittweise eingeführt:
- Ab 1. Januar 2025: Unternehmen müssen E‑Rechnungen empfangen können.
- Bis Ende 2026: Papierrechnungen und PDFs sind weiterhin möglich – allerdings nur mit Zustimmung des Empfängers.
- Ab 2027: Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Jahresumsatz müssen E‑Rechnungen auch selbst versenden.
- Ab 2028: Die Pflicht gilt für alle Unternehmen im B2B‑Bereich.
Damit wird klar: Die elektronische Rechnung wird mittelfristig zum Standard im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen.
Warum auch Gastronomen betroffen sind
Viele Betriebe arbeiten bereits heute digitaler, als ihnen vielleicht bewusst ist. Bestellungen werden online abgewickelt, Lieferscheine digital übermittelt und Rechnungen elektronisch versendet. Auch über Gastivo werden Rechnungen bereits digital zwischen Großhandel und Gastronomie übermittelt. Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung E‑Rechnung im Alltag vieler Betriebe schon Realität.
Die neue gesetzliche Regelung verstärkt diesen Trend – und macht deutlich, dass digitale Prozesse in der Branche zunehmend zum Standard werden.
Jetzt vorbereiten und später profitieren
Wie bei vielen Veränderungen gilt auch hier: Wer sich frühzeitig mit dem Thema beschäftigt, hat später weniger Aufwand.
Digitale Bestellplattformen, moderne Buchhaltungssysteme und vernetzte Warenwirtschaftslösungen erleichtern die Umstellung erheblich. Viele Prozesse laufen bereits automatisiert – die E‑Rechnung fügt sich dabei als nächster Baustein in die digitale Infrastruktur ein.
Ein weiterer Schritt Richtung digitale Gastronomie
Die Gastronomie befindet sich seit einigen Jahren in einem deutlichen digitalen Wandel. Online‑Reservierungen, digitale Speisekarten, Bestellplattformen oder automatisierte Warenwirtschaft sind längst Teil des Alltags.
Die E‑Rechnungspflicht ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Sie sorgt für klarere Prozesse im Geschäftsverkehr und beschleunigt Abläufe zwischen Gastronomie, Großhandel und Industrie.
Oder anders gesagt: Die Branche wird digitaler – und viele Betriebe sind bereits mittendrin.

Sarah Gensch
Artikel teilen auf
