

Rückblick Nord Gastro & Hotel 2026: Trends, Gespräche und klare Signale für die Branche
Husum im Februar zeigt sich traditionell von seiner norddeutschen Seite: kalt, windig und eher grau. Doch wer Anfang Februar die Hallen der Nord Gastro & Hotel 2026 betrat, merkte schnell, dass von Winterstarre keine Spur war.



Vom 02. bis 03. Februar 2026 herrschte reger Betrieb, die Gänge waren voll und die Stimmung durchweg positiv. Gastronomen, Fachgroßhändler und Hersteller aus Schleswig-Holstein, Hamburg und der umliegenden Region nutzten die Messe intensiv zum Austausch und wir waren mit einem eigenen Gastivo-Stand mittendrin. Einmal mehr zeigte sich die Nord Gastro als wichtiger Treffpunkt für Entscheider. Viele Gespräche machten deutlich, dass die Branche nach zwei intensiven Jahren wieder optimistischer in die Zukunft blickt, dabei jedoch deutlich nüchterner und wirtschaftlicher plant.
1.Alkoholfrei ist Standard – Low-ABV kommt dazu
Besonders beim Thema Getränke kristallisierten sich klare Linien heraus. Alkoholfreie Produkte sind inzwischen fest im Sortiment verankert und werden nicht mehr hinterfragt. Neu ist jedoch, dass sich darüber hinaus eine Hybrid-Kategorie etabliert: alkoholreduzierte Getränke mit moderatem Alkoholgehalt. Low-ABV (Low Alcohol by Volume) ist kein Nischenthema mehr, sondern wird gezielt als Ergänzung gedacht.
Neben bekannten alkoholfreien Klassikern wie Jever Fun 0,0 stießen neue Konzepte auf großes Interesse, etwa RTD-Mocktails von Niehoffs oder hochwertiger komponierte alkoholfreie Cocktails, die sich klar von reinen Softdrink-Alternativen abheben. Gleichzeitig gewinnen Produkte mit reduziertem Alkoholgehalt an Relevanz, zum Beispiel Weine mit rund sechs Prozent oder Biere mit etwa 3,5 Prozent Alkohol wie von Mistelhain.
Wichtig für die Sortimentslogik:
Statt „entweder oder“ denken viele Betriebe inzwischen in klaren Stufen:
- klassisch alkoholisch
- alkoholfrei
- 0,0
- Alkoholreduziert
Das eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten im Tagesgeschäft, beim Lunch oder Afterwork und spricht Zielgruppen an, die früher oft außen vor blieben, nicht zuletzt mit attraktivem Margenpotenzial.



2. Weniger Premium, mehr Kernsortiment
Parallel dazu war auf der Messe ein klarer Gegentrend zur starken Premiumisierung der letzten Jahre zu spüren. Gerade bei Spirituosen rücken wieder solide Kernprodukte stärker in den Fokus. Sortimente sollen funktionieren, verlässlich kalkulierbar sein und wirtschaftlich Sinn ergeben. Auffällig präsent waren zudem internationale Biermarken wie Peroni, Estrella, Bud oder Carlsberg, während auch bayerische Brauereien weiterhin eine hohe Relevanz besitzen. Pils spielte insgesamt eine etwas kleinere Rolle als in früheren Jahren, während vegetarische und vegane Food-Optionen endgültig zum Standard gehören und kaum noch als Innovation wahrgenommen werden. In der Summe zeigt sich ein klarer Trend: Sortimente werden weniger emotional, dafür konsequenter wirtschaftlich geplant.
3. Prozesse vereinfachen, statt nur neue Produkte listen
Neben Sortimenten ging es in vielen Gesprächen vor allem um eines: Vereinfachung von Prozessen. Der Jahresanfang ist für viele Betriebe Planungszeit, entsprechend groß war das Interesse an digitalen Lösungen. Besonders gefragt waren Kassensysteme mit integrierter Tischreservierung sowie smarte Konzepte zur Effizienzsteigerung: von moderner Zapftechnik über flexible Leasingmodelle bis hin zu automatisierten Reinigungs- und Servierlösungen.
Der Wunsch nach Entlastung im operativen Alltag war allgegenwärtig und zeigte deutlich, dass neue Produkte allein nicht ausreichen, wenn Prozesse zu komplex bleiben. In diesem Zusammenhang spielte auch die Rolle digitaler Partner eine zentrale Rolle in vielen Gesprächen. Gastivo wurde dabei häufig als Werkzeug genannt, um Einkaufsprozesse zu strukturieren und den Bestellalltag übersichtlicher zu gestalten.
Gastivo auf der Nord Gastro: Austausch, Nähe & Feedback
Vor diesem Hintergrund war der persönliche Austausch auf der Nord Gastro besonders wertvoll. An unserem Stand kamen wir mit Gastivo-Nutzern, Herstellern und Großhändlern ins Gespräch und konnten konkrete Einblicke in den praktischen Einsatz digitaler Lösungen gewinnen. Das Feedback zur neuen Gastivo-Shop-Oberfläche knüpfte direkt an die zuvor diskutierten Themen an: Übersichtlichkeit, einfache Bedienung und eine spürbare Entlastung im Bestellprozess wurden mehrfach hervorgehoben. Viele Nutzer berichteten, dass sie bereits heute zufrieden mit der Plattform arbeiten und diese als festen Bestandteil ihrer Abläufe nutzen. Gleichzeitig entstanden in den Gesprächen neue Ansätze, wie Herstellerprodukte künftig strukturierter, sichtbarer und zielgerichteter im digitalen Umfeld platziert werden können. Der Stand selbst wurde dabei weniger als Präsentationsfläche, sondern vielmehr als Treffpunkt für Austausch und Einordnung wahrgenommen – ein Rahmen, in dem aus Kontakten konkrete Gespräche werden.



Fazit: Worauf Betriebe jetzt achten sollten
Am Ende bleiben zwei intensive Tage, viele gute Gespräche und klare Erkenntnisse. Alkoholfreie und alkoholreduzierte Angebote werden weiter wachsen, Sortimente insgesamt pragmatischer gedacht und digitale Lösungen rücken stärker in den Fokus. Und auch wenn Husum im Februar alles andere als warm ist: Der persönliche Austausch auf der Nord Gastro hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll Messen für Orientierung, Vernetzung und neue Ideen sind.
Unsere Key-Takeaways von der Nord Gastro 2026
- Alkoholfreie & Low-ABV-Angebote gezielt ausbauen
- Pragmatische Kernsortimente stärken
- Digitale Tools & Effizienzlösungen aktiv prüfen
- Jahresanfang bewusst für System- und Prozessentscheidungen nutzen
- Persönlicher Austausch auf Messen lohnt sich – fachlich und menschlich
